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Autor Beitrag
000
26.11.2003, 21:25
frag-u-all



Ich habe schon mal hier eine Kurzgeschichte gepostet, nun folgt eine weitere. Ist mir gestern Nacht im Bett eingefallen. Ist noch nicht ausgearbeitet, will dennoch von Euch wissen was ihr davon haltet:

Ein ganz normaler Tag?

by Simon Sonntag

Für John Miller war es ein ganz normaler Morgen. Er verabschiedete sich mit einem dicken Kuss bei seiner hübschen Frau Betty und seinen zwei Töchtern. Daraufhin fuhr er wie gewohnt mit seinem alten Chevy zur Arbeit. Ein nicht sehr ausgiebiger Beruf, jedoch genoss John jeden Tag den wunderbaren Ausblick von seinem kleinen Büro im 86. Stockwerk des Gebäudes. Wie immer fuhr er auch an jenem Tag mit dem Aufzug in sein Stockwerk. Doch während der Fahrt geschah etwas Merkwürdiges.
Nur ein älterer Herr ende 70, den John beim Einsteigen in die Kabine gar nicht bemerkt hatte, begleitete ihn nach oben. Irgendetwas kam ihm an dem Mann bekannt vor, doch Jon war noch zu müde um sich länger darüber Gedanken zu machen. Die Fahrt dauerte nicht lange an, denn plötzlich und ohne Grund drückte der Mann zwischen dem 9. und 10. Stockwerk auf den Nothalte-Kopf des Aufzuges, wodurch er sofort zum Stillstand kam. John wäre vor Schreck beinahe von den Füßen gefallen, konnte sich aber an der Wand stützen. "Wieso haben Sie das getan?", schrie er den alten Mann entsetzt an, "ich habe in zehn Minuten einen Termin. Ich habe keine Zeit für solche Spielchen". Doch der Mann reagiert nicht. Er stand ohne jeglichen Ausdruck im Gesicht vor der Schalttafel. "Hey", versuchte John es noch einmal. Doch wieder keine Reaktion. Gerade als es ihm zu viel wurde und er den Mann beiseite schubsen wollte, um an den Schalter zu gelangen, passierte es. Von weiter oben war eine ohrenbetäubende Explosion zu hören, gefolgt von einem heftigen Beben, ähnlich eines Erdbebens, schoss es John durch den Kopf. Dieses mal konnte er sich nicht halten und fiel nach hinten mit dem Rücken auf den kalten Boden der Kabine. Er merkte fast nicht als sich der Aufzug wieder in Bewegung setzte, jedoch nicht nach oben, sondern nach unten. Als sich die Türen öffneten kroch er aus dem engen Raum in den Gang und bemerkte sofort die vielen Menschen, die in Panik umherrannten. Er sah zurück in den Aufzug. Es war aber niemand mehr zu sehen. Der alte Mann muss wohl gegangen sein, dachte er. Der alte Mann, irgendwoher kannte er ihn. Nur von wo? Da fiel es ihm ein. Sein ganzer Körper begann zu zittern. Es war sein Onkel, der vor 8 Jahren bei einer Explosion im Untergeschoss dieses Gebäudes ums Leben kam. Er konnte es nicht fassen, sprang auf und sah sich um. Doch nirgends war sein Onkel zu sehen. Eine junge Frau fiel vor ihm auf die Beine. Sie weinte und ihre Hände waren voller Blut. Sie sagte etwas, doch John konnte es bei dem Geschrei der anderen Menschen nicht verstehen. Er bückte sich und bat sie es noch einmal zu wiederholen. "Ein Flugzeug, ein Flugzeug ist in das Gebäude geflogen!"

c&c welcome

--

28:06:42:21

They made me do it!


Dieser Beitrag wurde am 26.11.2003 um 21:26 von frag-u-all bearbeitet.
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001
26.11.2003, 21:30
WareWolf



Klischee pur =) aber ich anerkenne die gute Absicht

--

Sig as a brick ┴┬┴┬┴┬┴┬┴┬┴┬┴
WW

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002
26.11.2003, 21:36
Burning Legend



Der Mann erkennt seinen eigenen Onkel nicht?

Etwas unglaubwürdig, aber sonst ganz nett, etwas abrupter schluss vielleicht :)

--

|I...Hunger...|

Wodka, die russische Milch...

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003
27.11.2003, 08:34
Saskia



Glaubwürdiger wäre allerdings, wenn dieser J.Miller den Notstopp im Aufzug selber gedrückt hätte. Ist nur so ein Gefühl. Warum ist dann dieser Superonkel nicht gleich im Cockpit des Flugzeuges materialisiert, das wäre doch Menschenrettungstechnisch viel effektiver gewesen :-)

--

mfG

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004
27.11.2003, 11:53
walnuss



also das wäre doch eher ne geschichte für x-factor ^^. das gebäude is das WTC, oder ? ist die explosion in der tiefgarage echt schon so lange her ? naja, is schon ganz okay die story :) !

--

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005
30.11.2003, 14:45
Exec



btw: in kurzgeschichten gibt es keine namen,aber die geschichte beginnt ja sofort damit
gelesen hab ich die jetzt nich,weil ich jetzt schnell weg muss

--

"selbermachen rockt am meisten :D" - -LeJean-

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006
01.12.2003, 13:22
Braindead



@Exec, wie kommst du denn darauf? Das ist vielleicht in der Schule, im Deutschunterricht so, aber nicht in der weiten Welt der Literatur.

@frag-u-all

Die Story ist ziemlich Flach und die Sprache sehr holprig.

Mal ein paar Verbesserungsvorschläge.

Zitat:
Für John Miller war es ein ganz normaler Morgen. Er verabschiedete sich mit einem dicken Kuss bei seiner hübschen Frau Betty und seinen zwei Töchtern.
Es war für John Miller ein ganz normaler Morgen, an dem er sich mit einem dicken Kuss von seiner hübschen Frau Betty und seinen zwei Töchtern verabschiedete.

oder

Ein ganz normaler Morgen. John Miller verabschiedete sich mit einem....

..

Zitat:
Daraufhin fuhr er wie gewohnt mit seinem alten Chevy zur Arbeit. Ein nicht sehr ausgiebiger Beruf, jedoch genoss John jeden Tag den wunderbaren
Ausblick von seinem kleinen Büro im 86. Stockwerk des Gebäudes. Wie immer fuhr er auch an jenem Tag mit dem Aufzug in sein Stockwerk. Doch während
der Fahrt geschah etwas Merkwürdiges.
Ich würde es so schreiben (ist nur mein Vorschlag und ich hab auch nicht viel Zeit):

Ein ganz normaler Morgen.
John Miller verabschiedete sich mit einem dicken Kuss bei seiner hübschen Frau Betty und seinen zwei Töchtern, bevor er in eile zum alten Chevy stürzte.
Sein Job war nicht sehr ausgiebig - dafür aber realtiv Stressfrei, so dass ihm viel Zeit blieb den wunderbaren Ausblick aus seinem kleinen Büro im 86. Stock zu genießen.
An jenem Tag nahm er, wie an den anderen auch, den Aufzug, obwohl es ihm ganz gut getan hätte, die Treppe zu nehmen.
Während der fahrt geschah etwas sehr Merkwürdiges: Ein älterer Herr, dem sein langes Leben ins Gesicht geschrieben stand und den John bisher nicht bemerkt hatte, begleitete ihn nach oben. Irgendetwas kam ihm an dem Mann bekannt vor. ... bla bla

Ist nur ein Vorschlag, habe auch nicht viel an deiner Wortwahl geändert, ich persönlich hätte es noch ganz anders geschrieben.

Nur so als Anmerkung noch: "Stockwerk des Gebäudes." Solche Dinge kannst du kürzen, denn du darfst deinem Leser ruhig etwas Intelligenz zutrauen. Er wird schon wissen, dass es nicht der 86 Stock einer Banane ist. ;)

An anderer Stelle gilt das gleiche. Lass immer ein paar "Leerstellen" die der Leser selbst füllen muss, durch assoziieren, denn sonst langweilt er sich irgendwann, wenn du ihm alles vorgekaut darlegst.

Zum Beispiel am Anfang, da brauchst du nicht erwähnen, das er mit dem Chevy zu Arbeit fährt, denn dies ist sowieso naheliegend, da der Leser erfährt, das es Morgens ist und sich der Mann verabschiedet.
Außerdem ist im nächsten Satz ohnehin von seiner Arbeit die rede und wenn der Leser im vorherigen Satz dache, er fährt vielleicht zu geliebten oder ins Bordell, dann wird sich ihm der Sinn spätestenz hier erschließen.

und so weiter.

viel Spaß noch beim weiteren Schreiben. :)

--


Dieser Beitrag wurde am 01.12.2003 um 13:28 von Braindead bearbeitet.
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007
01.12.2003, 16:33
Exec



also ich kenn das so,das eine echte kurzgeschichte keine namen beinhaltet,auch in der weiten welt der literatur
denn merkmale,auch wenn man sie in der schule lernt,sind merkmale
die geschichte find ich trotzdem ganz gut :)

--

"selbermachen rockt am meisten :D" - -LeJean-

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008
01.12.2003, 17:07
frag-u-all



Jo hey, vielen dank für Eure Kommentare und vielen dank Braindead für deine Vorschläge. Ich werde mir diese Aspekte in Zukunft zu Herzen nehmen.

@Exec: Davon habe ich auch noch nie etwas gehört. Wie kannst du mir dann z.B. erklären, dass in der Kurzgeschichtensammlung von Stephen King immer Namen genannt werden? Und sonst auch. Glaub du verwechselst da was.

@walnuss: Ja ist das WTC, ist ja auch naheliegend. Ich mag gerne Mystery Geschichten, deswegen erinnert es dich vielleicht auch an X-Faktor. Und das Attentat in der Tiefgarage ist tatsächlich so lange her (also 8 Jahre vor dem Fall des WTC).

Ich habe bereits eine Idee für eine weitere Kurzgeschichte. Werde diese bei Gelegenheit schreiben, also freut Euch schon mal! :)

--

28:06:42:21

They made me do it!

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009
01.12.2003, 21:09
Exec



k, ich hab mal ein wenig gesucht, im internet hab ich nix gefunden das es keine personen gibt,die keine namen haben

aber hier noch ein paar interessante merkmale:

Zitat:
Wichtige Merkmale einer Kurzgeschichte:

1. Anfang und Ende einer Kurzgeschichte sind offen. Sie beginnt unvermittelt, sofort, hereinbrechend. Am Ende sind keine Entscheidungen gefällt worden, Lösungen bleiben unentdeckt, Bewertungen unausgesprochen.

2. Die Kurzgeschichte beleuchtet blitzlichtartig einen besonderen Moment im Leben eines Menschen. Ein einziges Geschehnis wird in einem kurzen Zeitraum beschrieben, wobei die Einheit von Zeit, Ort und Geschehen nicht preisgegeben wird.

3. Der Erzählstil einer Kurzgeschichte ist sehr knapp gehalten, der Stoff wird auf das Wesentliche verdichtet. Dies führt zu Leerstellen; der Leser / die Leserin muss sich die Aussage selbst erschliessen.

4. In einer Kurzgeschichte wird so wenig wie möglich beschrieben; alles wird in Handlung aufgelöst. Dialoge sind ein beliebtes Mittel, um den Charakter einer Person zu zeichnen, aber auch um die Geschichte voranzutreiben.

5. Personen werden in der Kurzgeschichte durch Andeutung (z.B. Kleidung, Sprache o.ä.) typisiert.
Wichtig: Auch die Hauptperson wird nur mit einem einzigen Charakterzug ausgestattet. Dieser darf sich im Verlauf der Geschichte nicht ändern. Im Gegensatz zum Roman ist der Charakterzug Thema der Kurzgeschichte, nicht seine Wandlung.

http://www.fiction-writing.de/Werkstatt/index.pl?arc=&W_ID=38

indirekt hast du,imo, eine einleitung drin

aber nichts desto trotz (??) find ich die geschichte gut,vorallem mit dem bombenanschlag aufs wtc 8jahre vorher, passt gut,gefällt mir :)

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"selbermachen rockt am meisten :D" - -LeJean-

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010
02.12.2003, 17:52
dErGoO



Ich muss sagen, dass solche Kriterien meiner Meinung nach nicht unbedingt sinnvoll sind. Ich meine, es stimmt ja das viele Kurzgeschichten diese Merkmale haben, und es mag auch sein, dass man sie daran erkennen kann, aber für mich ist eine "Kurzgeschichte" ganz einfach als eine "kurze Geschichte" definiert.

Es gibt schließlich genug kurze Texte, die die oben genannten Punkte nur teilweise, oder gar nicht erfüllen, ich denke einige davon sogar mit Absicht.
Wie nennt man die dann? Mag sein das es da noch genauere Unterschiede zwischen Kurzgeschichte, Kurzprosa, und sonstigen Deutschbuchauszügen gibt, aber ich denke mal es sollte klar sein, dass man für einen fiktionalen Text kaum sinnvolle Regeln aufstellen kann. Für eine Textanalyse, eine Inhaltsangabe, oder eine Nacherzählung - Ok. Für eine Kurzgeschichte Imho - Schwachsinn.

Zu deiner Geschichte frag:
Meine Meinung zu erst: Mich spricht das ganze überhaupt nicht an, weil ich...

A) ... Nicht besonders viel von der üblichen "Ich werde von einer Person gerettet die dann - oh Wunder - schon lange tot ist" - Story halte, die bereits zum erbrechen von den Medien durchgekaut wurde.

B) ... Ich es nicht leiden kann wenn eine Pointe künstlich ans Ende eines Textes verlagert wird (warum muss der Typ erst ewig nachdenken, bis er seinen Onkel erkennt, und ist sich dann am Ende doch so sicher, dass er es war?).

C) ... Die Erzählweise zu simpel und farblos finde (Probier mal mehr mit Methapern und Bildern zu sprechen und dem Leser so mehr Freiheit zu geben sich selber ein Bild des Geschehens zu machen.

D) ... Mir der Name "John Miller" in einem Text ohne Selbstironie in den Augen brennt :P

So. Weil sich das vieleicht ziemlich negativ anhört, sei vieleicht noch gesagt, dass ich mit Geschichten im Allgemeinen ziemlich kritisch bin, weil ich selber viel in der Art schreibe und lese. Mach auf jeden Fall weiter und beherzige vieleicht noch einen Tipp:

Wenn du meinst eine gute Idee zu haben, dann überlege dir genau, wie du sie spontan umsetzten würdest, leg dir in Gedanken zu Recht, in welche Reinfolge du die Ereignisse packen willst und werd dir darüber klar, was du deinem Leser eigentlich mitteilen willst.

Wenn du so ein Konzept im Kopf hast, kannst du davon ausgehen, dass wenn du danach arbeitest eine Geschichte rauskommt, die dem Leser so vor kommen wird, als hätte er sie tausend mal gehört.

Die Kunst ist nämlich jetzt meiner Meinung nach, all das was du im Kopf hast so zu verdrehen, dass deine Leser das Gefühl haben etwas unerwartet neues zu lesen, und gleichzeitig noch einen so klaren Zusammenhang zu erhalten, dass ein durchschnittlicher Rezipient mit ein wenig Phantasie deine Geschichte versteht.

Sowas kann man auf die verschiedensten Arten und Weisen erreichen.
Beispielsweise durch eine nicht chronologische Darstellung der Story (auch wenns keine Kurzgeschichte ist, ist das beste Beispiel wohl Pulp Fiction), oder durch eine Entfremdung von Ort oder Zeit (Du wirst bei einem Leser wohl viel schneller Aufmerksamkeit finden, wenn du eine Geschichte über einen Eisbär in der Wüste anstatt in der Antarktis erzählst ("Was macht der da" - Textinteresse), oder über ein Candlelightdinner im Jahr 2150 ("Wie sieht das da aus?" - Textinteresse), oder auch auf Tausend andere Arten. Die Story musst du bei so einer Änderung gar nicht anpacken.

Wenn dir etwas in der Art schwer fällt kannst du es dir auch noch leichter machen und einfach mal probieren deinen Text genadenlos zu überspitzen, also ruhig etwas im Stil dieser X-Faktor Storys zu schreiben, aber so übertrieben (vieleicht sogar lustig), dass dein Leser das Gefühl bekommt, du würdest dich ganz absichtlich darauf beziehen.

Nei ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Sei krativ ;)

--


Dieser Beitrag wurde am 02.12.2003 um 17:57 von dErGoO bearbeitet.
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011
03.12.2003, 16:03
frag-u-all



Jo, danke für deine Ratschläge und für deine Mühen. Ich freue mich immer über so eine konstruktive Kritik.

Ich habe eine weitere Kurzgeschichte geschrieben. Diesmal etwas anders. Werde sie gleich mal posten. Bin gespannt was du dazu sagst.

--

28:06:42:21

They made me do it!

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012
03.12.2003, 21:08
ThunderRabbit



nunja, das meiste an konstruktiver kritik wurde schon gesagt... nur finde ich noch, dass man zu früh weiß(ich zumindest), dass es sich um den 11.09. im WTC handelt... sonst ne schöne geschichte, doch die andere find ich besser!!! kepp on schreibing

--

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